{"id":37811,"date":"2012-06-03T17:27:26","date_gmt":"2012-06-03T15:27:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=37811"},"modified":"2013-01-02T00:47:51","modified_gmt":"2013-01-01T23:47:51","slug":"der-stabilitatspakt-ein-schlechter-witz-und-eine-verwechslung-zwischen-apfeln-und-birnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/2012\/06\/03\/der-stabilitatspakt-ein-schlechter-witz-und-eine-verwechslung-zwischen-apfeln-und-birnen\/","title":{"rendered":"<b>Der Stabilit\u00e4tspakt, ein schlechter Witz und eine Verwechslung zwischen \u00c3\u201epfeln und Birnen<\/b>"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Comme Dagmar Kiderlen renvoyait dans sa traduction en allemand de <a href=\"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=37742\" target=\"_blank\">mon billet d&rsquo;hier<\/a> \u00e0 l&rsquo;une de mes chroniques dans Le Monde-\u00c9conomie, cela lui a donn\u00e9 envie de la traduire dans la foul\u00e9e. Il s&rsquo;agit de ma chronique du mois de janvier intitul\u00e9e : <a href=\"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=32526\" target=\"_blank\">La r\u00e8gle d\u2019or, cette blague de potache<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Unsere f\u00fchrenden Politiker in der Euro-Zone scheinen einige Grundkenntnisse im Wirtschaftsrechnen nicht zu beherrschen. Die Folge davon ist, dass sie die Grunds\u00e4tze der Demokratie erodieren und das Ende der gemeinsamen W\u00e4hrung beschleunigen.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Stabilit\u00e4ts-und Wachstumspakt beschr\u00e4nkt das Jahresdefizit und die Gesamtverschuldung in Bezug auf das BIP : 3% maximal des BIP f\u00fcr das Jahresdefizit, 60% maximal f\u00fcr die Gesamtverschuldung. <\/p>\n<p>Dieser Stabilit\u00e4tspakt mit seiner \u00ab goldenen \u00bb 3-Prozent-Regel enth\u00e4lt einen grundlegenden Fehler : denn was ist eigentlich ein ausgeglichener Haushalt ? Ein Haushalt, bei dem die Ausgaben die Einnahmen nicht \u00fcbersteigen. Warum dr\u00fcckt man dann die Gesundheit eines Staatshaushaltes nicht in dieser Form aus ? 102%  Ausgaben im Verh\u00e4ltnis zu den Einnahmen : das Land hat ein Defizit von 2 % ; bei 97 % Ausgaben hat es dagegen einen \u00dcberschuss von 3%. <\/p>\n<p><!--more-->Warum vergleicht man die \u00c3\u201epfel der Ausgaben mit den Birnen des BIP, anstatt mit den \u00c3\u201epfeln der Einnahmen ? Sollte das BIP, die Masseinheit f\u00fcr die Wirtschaftskraft eines Landes, ein besseres Stellvertreter-Mass f\u00fcr die Einnahmen sein als die Einnahmen selbst ? Dies w\u00e4re vielleicht der Fall, wenn die Besitzer grosser Verm\u00f6gen nicht Mittel und Wege gefunden h\u00e4tten, die Steuer durch Steuerflucht oder \u00absteuerliche Optimierung\u00bb zu umgehen, und wenn die grossen Konzerne nicht von durch eine gef\u00e4llige Gesetzgebung garantierten Steuernischen profitieren w\u00fcrden.<\/p>\n<p> Warum also der absurde Vergleich der Staatsausgabne mit dem BIP ? H\u00f6ren wir, was Guy Abeille dazu sagt, der \u00ab Erfinder \u00bb der 3-Prozent-Regel :<br \/>\n\u00ab Das BIP ist der allgemeingebr\u00e4uchliche Rettungsring f\u00fcr jeden Makro-\u00d6konomisten, der nach Referenzen sucht : alles beginnt und endet mit dem BIP, und alle grossen  Zahlen scheinen in vern\u00fcnftiger Weise mit ihm verglichen werden zu k\u00f6nnen. Also legen wir als Basis das Verh\u00e4ltnis Defizit\/ BIP fest. Simpel, einfach und klar. Mit dem Verh\u00e4ltnis Defizit\/ BIP hat man scheinbar solide, klare Zahlen. \u00bb Und Abeille schreibt weiter, \u00fcber die 3 Prozent, die er als Grenze vorschlug : \u00ab 3%, das klingt gut. (\u2026) 1 % Prozent w\u00e4re ein bisschen mager, und sowieso nicht einzuhalten. (\u2026) 2% w\u00e4ren eine inakzeptable Einschr\u00e4nkung , also vergeblich ; und, wie soll man sagen, man sp\u00fcrt, dass die Zahl 2 % irgenwie flach ist, ein Kunstgebilde. Die 3 dagegen ist eine solide Zahl, sie hat illustre Vorg\u00e4nger in der Geschichte (von denen manche verehrt werden). \u00bb <\/p>\n<p>Die 3%-Regel hat folgende Konsequenz : sobald der Zinssatz f\u00fcr die Staatsverschuldung eines Landes die Wirtschaftswachstumsrate \u00fcbersteigt,  verschlechtert sich das Verh\u00e4ltnis Schulden\/BIP unweigerlich. Die Sparpolitik, wie sie in Europa unklugerweise praktiziert wird, wirkt sich negativ auf das Wirtschaftswachstum aus, erh\u00f6ht das Risiko einer schlechteren Benotung seitens der Rating-Agenturen, und f\u00fchrt den so gef\u00fcrchteten Schereneffekt herbei, da bei sinkender Wachstumsrate der von den Finanzm\u00e4rkten verlangte Zinssatz auf die Staatsverschuldung steigt.<\/p>\n<p>Die 3%-Regel des Stabilit\u00e4tspaktes, die urspr\u00fcnglich einen ausgeglichenen Staatshaushalt garantieren sollte, und die Deutschland naiv genug war, in seine Verfassung aufzunehmen, und heute versucht seinen europ\u00e4ischen Partnern aufzuzwingen, ist \u2013wie wir gesehen haben- nichts anderes als ein schlechter Witz. In dessen Namen wir heute die Demokratie in Europa bedr\u00e4ngen und die gemeinsame W\u00e4hrung ermorden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<blockquote>\n<p>Comme Dagmar Kiderlen renvoyait dans sa traduction en allemand de <a href=\"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=37742\" target=\"_blank\">mon billet d&rsquo;hier<\/a> \u00e0 l&rsquo;une de mes chroniques dans Le Monde-\u00c9conomie, cela lui a donn\u00e9 envie de la traduire dans la foul\u00e9e. 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