{"id":54990,"date":"2013-06-17T16:35:03","date_gmt":"2013-06-17T14:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=54990"},"modified":"2013-06-17T16:35:44","modified_gmt":"2013-06-17T14:35:44","slug":"le-monde-eurozone-fraktur-an-der-spitze-montag17-dienstag-18-juni-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/2013\/06\/17\/le-monde-eurozone-fraktur-an-der-spitze-montag17-dienstag-18-juni-2013\/","title":{"rendered":"<b>LE MONDE, EUROZONE: Fraktur an der Spitze<\/b>; Montag,17.- Dienstag 18.Juni 2013"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><b>Une traduction allemande par Monika Roma de ma chronique paraissant <a href=\"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=54767\" target=\"_blank\">aujourd&rsquo;hui dans Le Monde.<\/a><\/b><\/p><\/blockquote>\n<p>Mitte M\u00e4rz hielt ein seltsamer Vorgang die Aufmerksamkeit der Finanzpresse fest: die Troika, das Kontrollgremium f\u00fcr Mitgliedsl\u00e4nder der Eurozone, die mit ihrem Staatshaushalt in Schwierigkeiten geraten sind und welches befugt ist, diesen L\u00e4ndern zu erl\u00e4utern was von ihnen als Gegenleistung im Austausch eines finanziellen Rettungsplanes erwartet wird, spaltete sich. Dieses dreigliedrige Gremium, bestehend aus der Europ\u00e4ischen Kommission, der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) und des internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF) pr\u00e4sentierte sich nun aus zwei antagonistischen Seiten. Auf der einen Seite standen der IWF, die EZB und Deutschland, auf der anderen Seite\u00a0 positionierte sich die EU-Kommission. In der Financial Times vom 17.M\u00e4rz las man folgende erstaunlichen Worte: \u00ab\u00a0an diesem Punkt angekommen verliert die (europ\u00e4ische) Kommission jede Glaubw\u00fcrdigkeit.<\/p>\n<p><!--more-->Die Ver\u00f6ffentlichung vom 20.Mai des Evaluationsberichtes des IWF zur Griechenlandpolitik (*) der letzten zwei Jahre, setzt sich aus einer zweiten Folge des internen Krieges, welcher die Troika zurzeit zerreisst, zusammen. Die heftige Reaktion des Wirtschaftskommissar Olli Rehn, welcher \u00ab\u00a0mitteilt fundamental anderer Meinung\u201c als der IWF zu sein, verdeutlicht den tiefen Graben, welcher sich zwischen den Fronten ge\u00f6ffnet hat.<\/p>\n<p>Obwohl auf g\u00e4ngige Euphemismen zur\u00fcckgegriffen wird, sind die Beschuldigungen, welche der IWF der EU-Kommission vorwirft, verheerend: Inkompetenz, Dilettantismus und ernster noch Mitt\u00e4terschaft der beiden Schwergewichte gegen ihr eigenes Lager, unter Ausnutzung des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses zu eigenen Gunsten, nicht nur auf Kosten von Griechenland, sondern auch auf Kosten der L\u00e4nder, welche sich ausserhalb der Achse <i>Berlin-Paris <\/i>situieren und der europ\u00e4ischen Steuerzahlern allgemein, zum ausschliesslichen Nutzen der Finanzinstitute.<\/p>\n<p>Die Behauptungen des IWF-Berichtes legen dem, welcher zwischen den Zeilen lesen kann nahe, dass Deutschland und Frankreich die Verschlechterung der Situation bewusst in Kauf genommen haben, um ihren Banken die M\u00f6glichkeit zu geben die \u00ab\u00a0bewilligten Griechenlandkredite\u201c zur\u00fcck zu gewinnen, wobei die offene Rechnung durch die europ\u00e4ische Zentralbank, welche als<i> \u00ab\u00a0<\/i>defeasance bank\u201c<i> <\/i>oder wie die Angelo-Sachsen bezeichnend sagen als \u00ab\u00a0bad bank\u201c, also schlussendlich bei Ankunft durch den europ\u00e4ischen Steuerzahler \u00fcbernommen wird. Damit der \u00ab\u00a0schwarze Peter\u201c so weitergereicht werden konnte, musste der IWF seine eigenen Prinzipien verletzen, indem er einem insolventen Kreditnehmer Fonds gew\u00e4hrte. Die Begr\u00fcndung der EU-Kommission lautete: ein \u00ab\u00a0einmaliges systemisches Risiko\u201c, anderes gesagt, das Risiko eines globalen Kollapses, wie es die bittere Feststellung im Bericht darlegt: \u00ab\u00a0&#8230;bei jeder neuen \u00dcberpr\u00fcfung der Frage wurde dies scheinbar kontinuierlich erl\u00e4utert, trotz der Tatsache, dass das Risiko einer Ansteckung der griechischen Staatsschuldenkrise sich gleichermassen reduzierte, wie die Schulden vom privaten auf den \u00f6ffentlichen Sektor migrierten.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Bank f\u00fcr Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) vom 1.Oktober 2010, war die Bilanz der deutschen Banken mit einer griechischen Staatsschuld in H\u00f6he von 19,2 Milliarden Euro belastet, die der franz\u00f6sischen Banken in H\u00f6he von 14,4 Milliarden Euro, und der \u00f6ffentliche, gemeinsam mit dem Handelssektor zusammen, mit 50,6 Milliarden Euro f\u00fcr Deutschland und 67 Milliarden Euro f\u00fcr Frankreich belastet; dies repr\u00e4sentiert f\u00fcr sich alleine 58,1% der Gesamtkosten. Diese in scheinbarem Zaudern verpasste Zeit, von der \u00f6ffentlichen Meinung als Dilettantismus der europ\u00e4ischen Kommission interpretiert, erm\u00f6glichte den deutschen und franz\u00f6sischen Banken sich der abgewerteten Aktiven zuhanden der EZB zu entledigen.<\/p>\n<p>Es wurden so mehr als zwei Jahre verloren bevor die Restrukturierung der griechischen Schulden im Februar 2012 vorgenommen wurde, best\u00e4tigt der IWF. Pikiert verweist Olli Rehn diese an die europ\u00e4ische Kommission der <i>Achse Berlin-Paris<\/i> angebrachte Anschuldigung mit den Worten: \u00a0\u00bb Ich kann mich nicht erinnern, dass Dominique Strauss-Kahn zu Beginn der Periode zu einer Restrukturierung der griechischen Schulden aufrief, ich erinnere mich jedoch deutlich, dass Christine Lagarde sich dagegen \u00e4usserte.\u201c Bei der erw\u00e4hnten Epoche, handelt es sich um das Jahr 2010: Dominique Strauss-Kahn war damals an der Spitze des IWF, Christine Lagarde war franz\u00f6sische\u00a0 Wirtschafts-, Finanzministerin und Ministerin f\u00fcr das Arbeitswesen.<\/p>\n<p>Bezeichnet wird im j\u00fcngsten IWF-Bericht Deutschland, und es stellt sich die Frage, warum es Mitte M\u00e4rz in Bezug auf Zypern ein B\u00fcndnis mit dem getroffen hat, von welchem heute mit dem Finger auf Deutschland gezeigt wird? Weil Deutschland der festen \u00dcberzeugung ist, dass seine angewandte Taktik unbemerkt geblieben ist und die Berichterstatter sich wie gew\u00f6hnlich seit Jahren mit der Erkl\u00e4rung zufrieden geben, dass es bei Frau Merkel einzig und allein um die Sorge geht, sich nach den legislativen Wahlen im September wieder an der Spitze der Regierung zu befinden.<\/p>\n<p>Was ergibt sich aus all dem? Das Bild einer <i>Berlin-Paris Achse<\/i>, welche die Eurozone nach der eigenen Pfeife tanzen l\u00e4sst, ohne grosse Sorgen um die f\u00fcnfzehn anderen Nationen, aus welchen sie sich zusammensetzt. Griechenland befindet sich selbstverst\u00e4ndlich in der ersten Reihe, s\u00fchnendes Opfer, vorbestimmt wegen seiner Verbrechen: eklatante Steuerbefreiung der grossen und mittleren Verm\u00f6gen entgegen jeglicher Finanzlogik, bombastischer und grossz\u00fcgig bezahlter Staatssektor und schliesslich Leichtfertigkeit, nicht ohne Hintergedanken, bei der Anfertigung der Wirtschaftsstatistiken des Landes. Dieses eigenn\u00fctzige Spiel Deutschlands und Frankreichs kam den anderen Mitgliedgliedern der Eurozone teuer zu stehen und versetzte den Internationalen W\u00e4hrungsfond in die widerspr\u00fcchliche Lage gegen eigene Prinzipien zu verstossen, welches er nun der ganzen Welt offen darlegt, mit dem diskreten Hinweis an die beiden Interessierten, die Lunte gerochen zu haben&#8230;<\/p>\n<p>=====================================<\/p>\n<p><i>(*)<\/i><i> Greece: Ex Post Evaluation of Exceptional Access under the 2010 Stand-By, <\/i>IMF Country Report No.13\/156, June 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<blockquote>\n<p><b>Une traduction allemande par Monika Roma de ma chronique paraissant <a href=\"http:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/?p=54767\" target=\"_blank\">aujourd&rsquo;hui dans Le Monde.<\/a><\/b><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mitte M\u00e4rz hielt ein seltsamer Vorgang die Aufmerksamkeit der Finanzpresse fest: die Troika, das Kontrollgremium f\u00fcr Mitgliedsl\u00e4nder der Eurozone, die mit ihrem Staatshaushalt in Schwierigkeiten geraten sind und welches befugt ist, diesen L\u00e4ndern zu erl\u00e4utern was von ihnen als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1,18],"tags":[94,83,80,28,274,376,31,311,160,2275,1593],"class_list":["post-54990","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-economie","category-monde-financier","tag-allemagne","tag-banques-commerciales","tag-bce","tag-lagarde","tag-commission-europeenne","tag-dominique-strauss-kahn","tag-fmi","tag-france","tag-grece","tag-olli-rehn","tag-troika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54990"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54990\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54992,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54990\/revisions\/54992"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pauljorion.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}